Tandemstillen ja oder nein?? Viele Verwandte, Freunde sowie auch Fachpersonen (Stillberaterin, Pflegefachfrauen, Ärzte, Mütterberatung etc.) tendieren eher zum Abstillen, bevor dass zweite Kind die schöne grosse Welt erblickt. Also, schiesst einem vom Umfeld gleich die Antwort „nein“ entgegen. „Mach es nicht, es raubt dir die ganze Energie“. Nur eine mögliche Antwort. Doch ich empfehle: „Tu es, wenn du es willst.“ Ein Versuch ist es Wert. Man kann jederzeit noch abstillen. Von aussen habe ich die Antwort nein erhalten. Meine Mütter und mein Ehemann, liessen die Entscheidung voll und ganz bei mir und standen zu mir, als ich mich für das Tandemstillen entschied. Ich denke, falls mein Ehemann die Entscheidung nicht akzeptiert hätte, hätte ich mich unter Umständen beeinflussen lassen. Zum Glück war es nicht so.

Nun stille ich meine beiden Jungs bereits seit 7 Monaten und kann zufrieden zurückblicken. Zu Beginn war ich etwas skeptisch, weil ich nicht wusste, was auf mich zukommen würde. Meine Informationen, die ich vor der Geburt hatte, war: Dass das Baby immer zuerst trinken soll und erst dann der Erstgeborene. Mir war bewusst, dass das Kolostrum dem Neuling zusteht. Das war für mich auch nicht problematisch. Denn im Wochenbett konnte ich dies gut managen, da der Grössere bei seinem Papa war. Und wenn er zu Besuch kam, haben wir geschaut, dass der Kleine schon getrunken hat.

Doch die Problematik, an die ich damals dachte, war: Mein Grosser würde Terror machen, wenn ich ihn warten lasse (Trotzphase = hoher Stressfaktor) bis der Kleine fertig ist und er würde ihm die linke Brust nicht überlassen, weil diese seine war. Mir war nicht klar, ob ich beide miteinander trinken lassen darf. Und auch ob der Kleine immer nur die eine Seite erhalten kann und der Grosse die andere. Nach meiner Recherche im Internet, fand ich heraus, das es möglich ist beide miteinander trinken zu lassen oder jedem einer Brust zuzuteilen.
Zu meinem Erstaunen erlaubte zu Hause der Grössere dem Kleinen an seiner Seite zu trinken und akzeptierte selber nun die rechte Seite. Übrigens hatte ich recht, dass der Grössere keine Geduld gehabt hatte zu warten. Also lies ich beide zusammen trinken und wechselte die Seiten ab.

Ich empfinde das Tandemstillen als Vorteil. Den Älteren musste ich nie zurückweisen und zwischen beiden entstand eine besondere Nähe. Den Eifersuchtsstress habe ich nicht erlebt. Das schreibe ich dem Tandemstillen zu. Jetzt bin ich gespannt, was mich auf meinem weiteren Weg in meiner Stillgeschichte erwartet.

Fazit: Tandemstillen ja, wenn du es von dir aus möchtest. Übrigens habe ich irgendwo gelesen, dass 70% aller Tandem-Mammas es wieder tun würden. Dieser Prozentsatz hat mir damals bei meiner Entscheidung Mut gemacht.